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1 января 1711 года российская империя вероломно напала на мирную Черкессию и шаг за шагом начала её оккупацию, сжигая аулы и уничтожая мирное черкесское население. Народ Черкессии в течении 152 лет героически сопротивлялся оккупации и порабощению, но, не выдержав натиска многомиллионной империи, 21 мая 1864 года Черкессия героически пала и в этот день русские оккупанты начали массовое поголовное уничтожение всего черкесского этноса. Из 4 миллионов черкессов осталось в живых всего 52 тысячи. Остальные 3, 948 миллионов черкессов зверски были уничтоженны оккупантами. 21 мая 1864 года стало одним из самых трагических дней в многотысячной истории Черкесского народа и днём самого жесточайшего преступления против человечества, в результате которого были зверски уничтожены 95% всего черкесского этноса. 21 мая 1864 года стало днём геноцида черкесского народа - одного из самых кровавых и жестоких геноцидов.... Помните и никогда не забывайте миллионы без вины убитых невинных черкесских младенцев, беспомощных стариков и черкесских женщин. Не полинитесь всего один день в году ( в котором 365 дней) нести по ним траур. Мы черкессы помним 21 мая 1864 года и никогда его не забудем!

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 Das Volk der Tscherkessen

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BeitragThema: Das Volk der Tscherkessen   Sa Feb 28, 2009 5:28 pm

Das Volk der Tscherkessen


Ursprung

Die Tscherkessen sind die frühesten bekannten Ureinwohner des Kaukasus und waren einst das zahlreichste und wichtigste Volk des nördlichen Kaukasus.
In Europa bekannt unter den Namen "Tscherkessen" nennen sie sich selber "Adyge".
Ihre Vorgeschichte reicht weit über das 5. Jahrhundert vor Chr. hinaus. Um etwa 4000 v. Chr. entstand im nördlichen Kaukasus die Maikop Kultur. Diese gehört zu den ältesten Kulturen der Welt. Sie beeinflussten die kulturelle Entwicklung des gesamten Nordkaukasus und Teile Südrusslands. Archäologische Ausgrabungen, insbesondere die Funde von hunderten Dolmen (Großsteingräber) im nordwestlichen Kaukasus zeugen von einer jahrtausendalten Kultur der Tscherkessen.
Die legendären Kimmerer gelten als Vorfahren der Tscherkessen. Sie gründeten als Sind-Mäotier um 400 v. Chr. einen Staat am Schwarzen Meer mit der Hauptstadt Gorgippa (heute Anapa). In der Geschichte wurden die Tscherkessen unter verschiedenen Namen bekannt, wie Cercetae, Siraces, Kassogen, Keschaks oder Kerket. Die europäischen Begriffe wie "Tscherkessen", "Circassian" gehen vermutlich auf die vorgenannten Bezeichnungen zurück.




Völker Kaukasiens im Altertum

Gor Dolmen bei der Stadt Gelendjik im nordwestlichen Kaukasus





Sprache

Die tscherkessische Sprache besteht aus zwei verschiedenen Dialekten/Mundarten, dem West-tscherkessischen (adygejisch) und Ost-tscherkessischen (kabardinisch). Man geht davon aus, dass sich das Ost-tscherkessische im 13.-14.Jahrhundert von der gemeinsamen tscherkessischen Sprache getrennt hat. Gemeinsam mit den Abchasen und Abazinern gehören sie zu adyge-abchasichen Sprachfamilie und bilden damit den nordwestlichen Zweig der kaukasischen Sprachfamilie.
Das West-tscherkessische ist in der Autonomen Republik Adygeja die offizielle Sprache. Das Ost-tscherkessische wiederum in Kabardino-Balkarien und in Karatschai-Tscherkessien.
Da das Ost-tscherkessische weniger Laute als das West-tscherkessisch besitzt, ist es für den Ost-tscherkessisch Sprechenden schwieriger das West-tscherkessisch zu verstehen, umgekehrt jedoch ist es einfacher. Nach ihrer Sprache befragt, geben alle die Antwort adygejisch zu sprechen. Daher ist es irreführend die tscherkessische Sprache in adygejisch und kabardinisch zu unterteilen. Die Unterteilung in West-tscherkessisch (adygejisch) und Ost-tscherkessisch (kabardinisch) ist sinnvoller.
Die Tscherkessen besitzen keine eigene Schrift. Mit der Islamisierung war ihre Schriftsprache arabisch. Anfang des 20.Jahrhunderts bediente man sich dem lateinischen Alphabet. Seit 1937/38 wird das kyrillische Alphabet mit einigen Ergänzungen benutzt. Bis heute gibt es kein einheitliches Alphabet der Tscherkessen. Man bedient sich zwei verschiedener Alphabete. Das des West-tscherkessischen, welches hauptsächlich auf den temirgoischen Dialekt aufgebaut ist und das des Ost - tscherkessischen, dem kabardinischen Dialekt.



Siedlungsgebiet

Das ursprüngliche Siedlungsgebiet reichte eins bis ans Asowsche Meer und umfasste die Steppen des heutigen südlichen Russlands. Durch Kriege und Völkerwanderungen wurden die Tscherkessen immer weiter nach Süden zurück gedrängt.
Im 18.Jahrhundert bildete der Kuban Fluss die nördlichste Grenze ihres Siedlungsgebietes. Dieses erstreckte sich über der Ostküste des Schwarzen Meeres, dem mittleren Kuban, dem unteren Kuban, dem Westufer des Terek-Flusses und dem Grossteil der Kabardei bis zur heutigen Stadt Mozdok.
Im 19.Jahrhundert nach Ende der russisch-kaukasischen Kriege, wurden etwa 750.00 Nordkaukasier in das damalige Osmanische Reich zwangs umgesiedelt. In das Gebiet der Tscherkessen wurden Russen aus dem Landesinneren des russischen Reiches angesiedelt.
Heute lebt die Mehrheit der Tscherkessen außerhalb des Kaukasus. In der Türkei etwa 1,5 Mio., in Syrien 80.000, in Jordanien 40.000, in der EU 10.000, in Israel 3000 und etwa 1000 in den USA. Im Kaukasus ist eine Minderheit verblieben, die in drei verschiedenen autonomen Republiken leben. In Adygeja, von 480.000 Einwohnern sind nur etwa 130.000 Tscherkessen. In der autonomen Republik Karatschai-Tscherkessien, von etwa 422.000 Einwohnern sind nur 50.000 Tscherkessen. In der autonomen Republik Kabardino-Balkarien, von 800.000 Einwohnern sind etwa 390.000 Tscherkessen und weitere 10.000 Tscherkessen leben in der Umgebung der Stadt Tuapse an der Schwarzmeer Küste. Bis auf in Kabardino-Balkarien sind die Tscherkessen in ihrer eigenen Heimat Minderheiten.
Die Republiken wurden in den zwanziger Jahren des 20.Jahrhunderts nach Willkür gegründet. Natürlich entsprechen sie nicht dem ursprünglichen Siedlungsgebiet der Tscherkessen.
Durch die verschiedene Namensgebung der jeweiligen Republiken, erweckt es oft den Anschein, dass es sich bei den begriffen Adygejer, Tscherkessen und Kabardiner um drei verschiedene Völker handelt. Alle drei Begriffe bezeichnen im Grunde ein und dasselbe Volk. Der Begriff "Tscherkessen" wird häufig in Europa benutzt. Die Tscherkessen selber nennen sich jedoch "Adyge" und die Kabardiner sind ein Stamm der Adyge und somit auch Tscherkessen oder Adygejer.


Die tscherkessischen Stämme:
1. Abadzechen, 2. Beslenejer, 3. Bjjedughen, 4. Hatkhuejer,
5. Kabardiner, 6. Makhoscher, 7. Mamkeyher, 8. Natkhuajer,
9. Temirgojer, 10.Schapsughen,11. Ubychen, 12. Yecerikhuajer



Tscherkessien 1830


Aktuelle Karte des nordwestlichen Kaukasus, in Klammern die jeweiligen tscherkessischen Stämme.


Religion

Obwohl die Tscherkessen schon im 5.Jahrhundert zum Christentum bekehrt wurden, wovon sie aber sehr wenig beeinflusst wurden, verehrten sie Naturgötter.
Wie alle Naturvölker pflegten auch die Tscherkessen einen respektvollen Umgang mit der Natur. In der Vergangenheit wurde kein Baum ohne den Beschluss des ältesten Rates (Chase) gefällt. Jede Familie oder Sippe hatte ihren bestimmten speziellen Baum, bei dem man sich vor Versammlungen oder vor wichtigen Entscheidungen traf. Um einige Naturgötter zu nennen: Schible - Gott des Donners, Tlepsch - Gott des Feuers, Soserez - Gott des Wassers, Mezischa - Gott der Wälder.

Im 15.Jahrhundert wurden die kabardinischen Tscherkessen unter dem Einfluss der Krim - Tataren zum Islam bekehrt. Die Kabardiner verbreiteten ab dem 15. Jahrhundert den Islam unter den tscherkessischen Stämmen und benachbarten Völkern weiter. Bis auf eine kleine Minderheit der kabardinischen Tscherkessen in der Umgebung der Stadt Mozdok, welche orthodoxe Christen sind, ist die große Mehrheit der Tscherkessen sunnitische Muslime.

Sowohl die Diaspora Tscherkessen als auch die Tscherkessen im Kaukasus gelten als liberale und moderne Muslime.
Ob in der Türkei, Jordanien, Israel oder Syrien, in all den Ländern gehören die Tscherkessen zu den treibenden Kräften die Demokratisierung und Liberalisierung unterstützen und fördern.

Kultur - Adyge Chabze

„Adyge Chabze“ ist bei den Tscherkessen der Inbegriff für ihre Traditionen und ihre Lebensweise. Es ist ein Ehrenkodex, welches auf gegenseitiger Achtung und Respektierung basiert und vor allem Verantwortung, Disziplin und Selbstbeherrschung voraussetzt. Es sind die ungeschriebenen Gesetze der Tscherkessen, die zwar niemals Niedergeschrieben wurden, aber dennoch in der Vergangenheit ihr Alltagsleben regelten. Nach diesem Kodex wurden Mut, Großzügigkeit und Menschlichkeit als wichtigste und unabdingbarste Eigenschaften eines Ritters betrachtet, Habgier, drang nach Besitz, Reichtum und die Prahlerei jedoch als Schande („Haynape“).

Diesem männlichen ritterlichen ideal, stand ein besonderes Frauenideal gegenüber: objektiv gesehen war es großer und schlanker Wuchs und charakterlich die Eigenschaft auf anständige, zurückhaltende Art und Weise sich zu geben und zu reden. Ein großer, schlanker Wuchs sollte bei den Mädchen durch ein eng anliegendes Lederkorsett, welches gleichermaßen denn Brustwachstum hemmen sollte, erreicht werden. Das Wachsen der Brust wurde als Zeichen des Zur-Frau-Werdens akzeptiert.

Die Gastfreundschaft war und ist bei den Tscherkessen besonders ausgeprägt. Ein Gast war nicht nur ein Gast der Familie sondern immer gleich ein Gast der ganzen Ortschaft und der Sippe. Selbst Feinden gegenüber wurde diese Gastfreundschaft weiterhin als eine heilige Pflicht angesehen. Wenn ein Feind das Haus betrat wurde auch dieser respektvoll behandelt und bedient.

Der berühmte Kaukasologe A. Dir schrieb einmal „Der Gast ist wie ein Sklave des Gastgebers“. Mit diesem Satz versucht er zu erklären, dass auch der Gast die Vorschriften der „Chabze“ zu befolgen hat, z.B. durfte der Gast demnach nicht ohne die Erlaubnis seines Gastgebers der „Gast“ einer anderen Familie werden.

Jeder Tscherkesse erhebt sich sobald jemand den Raum betritt, bietet diesem einen Platz an und redet nur wenn er dazu aufgefordert wird. In Anwesenheit von Älteren und Frauen ist Rücksicht und Respekt unabdingbar. In Gegenwart von Frauen werden Streitigkeiten unterbunden, bricht eine Frau in eine derartige Situation herein, wird dieser Streit sofort beendet. Auf Wunsch einer Frau versöhnen sich sogar die zerstrittenen Parteien.

Grundstein der tscherkessischen Gesellschaft ist die Eigenschaft eines „Thamades“. Nach allgemeinem Verständis und Gebrauch werden die „älteren“ als „Thamade“ bezeichnet, dieses ist jedoch zu ungenau. Ein „Thamade“ ist auch derjenige, welcher unabhängig seines Alters, innerhalb einer Hochzeitgesellschaft oder einer anderen Veranstaltung die Verantwortung übernimmt. Vorraussetzung ist jedoch, das dieser Person die Regeln der „Chabze“ bekannt sind.

Die „Adyge Chabze“ hatte eine überragende gesellschaftliche Ordnung erschaffen. Dieser ritterliche Geist zog auch die benachbarten Völker in ihren Bann, so dass auch diese sich die „Chabze“ aneigneten. Von krimischen Höfen bis zu georgischen Königen wurde die „Chabze“ als adeliges Ideal angenommen. Ihre Kinder sandten sie als Schüler zu tscherkessischen Erziehern damit auch sie dieses adelige Ideal gelehrt bekommen.

Diese ideale tscherkessische Lebensweise wurde natürlich in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart nicht von jedem angewendet. Die Gesellschaft aber versucht mit größter Sorgfalt ihre Sitten und Traditionen am Leben zu erhalten und zu Leben. Ihr Dasein verdankt die tscherkessische (adygeische) Gesellschaft der ca. tausend jährigen „Adyge Chabze“.

Daß die Tscherkessen und die kaukasischen Völker einen so erhabenen Moralkodex ausgeprägt und bewahrt haben beweist, welchen Stellenwert Menschenwürde und Toleranz für sie haben.

Die Tscherkessen im Kaukasus, aber auch die Tscherkessen in der Diaspora stehen in einer sich globalisierenden Welt, dem Verlust ihrer Kultur gegenüber.


Irfan Genel

Anmerkung: Im Abschnitt Kultur Adyge Chabze wurden Ergänzungen von Herrn Dr. Batiray Özbek hinzugefügt.

Quellen:

- Emanuel Sarkisyanz.: Geschichte der Orientalischen Völker Russlands bis 1917, München 1961
- Alexander Leskov.: Grabschätze der Adygeen, München 1990
- Charles Burney.: Die Bergvölker Vorderasiens, Essen 1975
- Shawket Mufti.: Die Sprachwissenschaft des Tscherkessischen, Heidelberg 1978
- Murat Papsu.: Çerkes dillerine genel bakis - Nart Dergi März /April 2003
- Emanuel Sarkisyanz.: Geschichte der Orientalischen Völker Russlands bis 1917, München 1961
- Yasar Bag.: Çerkes Kimligi / Türkiye Çerkeslerinde Sosyo-Kültürel Degisme, Ankara 1996
- Barbara Pietzonka.: Ethnisch - territoriale Konflikte in Kaukasien, Baden Baden 1995
- Adige Psalhe Naltschik.: August 2002
- Friedrich Bodenstedt.: Die Völker des Kaukasus und ihre Freiheitskämpfe gegen die Russen, Frankfurt a. M. 1848
- Leonti Lyulye.: Çerkesya, Istanbul 1998
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